Einblicke unter Wasser – Taucher untersuchen Brunnenzustand

17. Mär 2020

Tiefbrunnen Kiebingen des Zweckverbandes Wasserversorgung Ammertal-Schönbuchgruppe soll von Grund auf saniert werden

Holzgerlingen. Von Grund auf saniert werden soll der Tiefbrunnen in Rottenburg-Kiebingen des Zweckverbandes Wasserversorgung Ammertal-Schönbuchgruppe (ASG). Das Bauwerk aus dem Jahr 1926 ist mit einer Schüttung von 700.000 bis 800.000 Kubikmetern Wasser pro Jahr oder 40 Litern pro Sekunde für die ASG immer noch ein wichtiger Brunnen.
"Wir haben bisher keinerlei Probleme mit der Wasserqualität, aber der bauliche Zustand des Brunnens weist nach fast 100-jährigem Betrieb einen Handlungsbedarf auf.“ schildert Tobias Möllhoff, stellvertretender technischer Betriebsleiter bei der Ammertal-Schönbuchgruppe, die augenfällige Problematik.

Taucher untersuchten den Tiefbrunnen Kiebingen auf Herz und Nieren

Doch bevor saniert werden kann, mussten zunächst einmal Taucher die Lage unter Wasser genau erkunden. Ein dreitägiger Tauchereinsatz für die Untersuchung des Tiefbrunnens Kiebingen brachte Klarheit.

"Man sieht, dass Material drin ist“, begutachtete Tobias Möllhoff die Live-Aufzeichnung am Monitor. Die Berufstaucher gingen in ihren dicken, kälteschützenden Neoprenanzügen im Brunnen mit einem Durchmesser von gut vier Metern bis zu acht Meter in die Tiefe, um von dort aus einen Kamerawagen in die drei nur 60 mal 40 Zentimeter messenden Filterstränge einzuführen.

Diese verlaufen beim Kiebinger Brunnen im Unterschied zu anderen Bauwerken nicht vertikal in die Tiefe, sondern bis zu 200 Meter weit horizontal unter den umliegenden Wiesen.

Kleinere und größere Sedimente und sogar eingewachsene Wurzeln wurden von den Tauchern nicht nur vom Brunnenboden entfernt, sondern so weit es ging auch aus den Filtersträngen gespült. Zwar war danach alles wieder sauber und das Wasser im Brunnen klar wie zuvor. Doch die Untersuchung zeigte auch: Eine Sanierung des Tiefbrunnens Kiebingen ist notwendig, damit die ASG auch zukünftig Trinkwasser allerbester Qualität auf die Schönbuchlichtung und bis nach Böblingen liefern kann.

Während der Sanierung muss niemand auf Trinkwasser verzichten. Die verbleibenden Brunnen können den Bedarf ausgleichen.